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Internationale FIAT Topolino Treffen
25.08-27.08.2023 

Il Teatro  « B E L L A V I S T A »

 

Das Internationale FIAT Topolino Treffen in Emmetten-Seelisberg 2023

Autore: Andrea Prostalli

Bilder: Teilnehmer

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Eigentlich wäre es im Moment des Verfassens dieses Berichtes angebracht, ein Ponstan oder Dafalgan zu schlucken, oder noch besser gerade deren Dutzend. Seit Tagen trommelt der Regen auf’s Dach, unablässig; Tag wird es kaum mehr, umso länger zieht sich die Nacht hin. Winterschlaf wie die Murmeltiere, oder mit dem Topolino ab in den Süden; der Sehnsucht nach Sonne und Wärme folgend. Einen Streifschuss meteorologischen Unsinns mussten wir an unserem ITT über uns ergehen lassen. Zwei Wochenenden vor und deren sechs nach unserer Topolino Party zeigten sich in Sonne und Wärme pur…… Es ist eben schon so: ein open-air Anlass wie der unserige steht und fällt mit dem Wetter, basta! Alles andere ist wider besseren Wissens. Da mag das OK noch so bemüht sein, noch so grosse Krämpfe unternehmen, noch so viel in das Programm einbauen – der Eindruck bleibt schal, man zeigt zuweilen Mitleid mit den Organisatoren, und die mit den Teilnehmern.

 

Nun alles schön der Reihe nach! Wie fasziniert waren Dani und ich am Freitagmorgen, als wir bei der Schifflände von Beckenried den Sonnenaufgang über den Mythen als DAS Intro unseres ITT Spektakels betrachteten. Schöner, gigantischer, herrlicher kann ein Treffen gar nicht werden! Doch hinter uns, gegen Westen ……. gut ignorierten wir die dunkelgraue Wand.

 

Der Dorfplatz von Emmetten war bereits voller «Mäuse». Welch Überraschung. Vornehmlich jene Freunde waren es, die von weit her schon gestern oder vorgestern angereist waren. Die Schweden, die Norweger, die Deutschen, die Italiener. Nun, wir hätten das ja auch so gehandhabt, hätten wir Genua oder Malmö angefahren; doch wir wohnen eben gleich um die Ecke.

 

Eigentlich habe ich mich insbesondere darauf gefreut, alte Freunde wieder zu treffen; jene, die ich schon seit langer Zeit, seit Jahren nicht mehr gesehen habe; mit ihnen zu plaudern, zu lachen, ein Bier oder auch mehrere davon zu genehmigen. So dürfte es vielen ergangen sein. Die epochalen Jahre, wo das «Unter-das-Auto-Liegen» en vogue und im Vordergrund stand, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Wir kennen nun unsere automobilen Zöglinge ausgiebig, Novitäten gibt es kaum noch, und etliche bekunden inzwischen ohnehin Mühe, sich zu bücken geschweige unter das Auto zu liegen. Arthrose, Arthritis, Rheuma statt Hardyscheiben und Olio FIAT.

 

Vor dem Epizentrum des Geschehens, dem himmlischen Hotel «ENGEL», empfingen wir unsere Gäste. Den ersten Durst löschte uns das fahrende AVIA-Biermobil; ein für diesen originellen Zweck umgebauter Chevy aus den 50-igern. Nach zwei Wochen hochsommerlicher Wärme hochwillkommen. Vom erwähnten Sonnenaufgang blieb allerdings nichts übrig, eine erste, wenn auch schwache Gewitterzelle machte sich bemerkbar. Jacqueline Wyrsch und ihr Vater Walti, seit Urzeiten Mitglied in unserem Club, richteten ein fantastisches und opulentes Innerschweizer Käse- und Wurstbuffet an. Pranzo, cari amici, mangiare! «Gom, Andrea, gehen wir zu die grosse Fressen», führte mich einst Dottore Forte in San Pellegrino zum Gelage. Wie gerne hätte ich doch angesichts eines Hochsommertages Schatten unter den alten Ulmen gesucht, im Schweisse des Angesichtes, stattdessen suchten wir Schutz vor dem Regengefiesel.

 

Jetzt war es Zeit, aufzubrechen. Motoren marsch! Das «Eventcenter Seelisberg» mit seiner Rennpiste bot uns allen Gelegenheit, ein Zeitfahren zu absolvieren, in die Kurven zu liegen, mit Kupplung und Gängen zu spielen, die Reifen quietschen und einen «Schwarzen» liegen zu lassen. Nicht ganz simpel.

Schade, haben nur wenige die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, einige Runden zu drehen. Es fehlte das «Feuer», der Kick des sich Getrauens. Es gab keinen Tom Cruise alias Cole Trickle aus dem legendären Autorennfilm «Tage des Donners». Die hiesige Anlage wäre einzigartig gewesen, wenn auch nicht Daytona Beach oder Darlington.

Unsere Freunde aus Skandinavien und Italien verführte ich kurzfristig zur Terrasse von Seelisberg, nahe des ehemaligen Yogi-Hotels «Sonnenberg». Von dort erhält man freifallenden Blick auf den langen Fjord des Urnersees mit seinen umliegenden Gipfeln. Schwindelerregend und gewaltig von der Art, dass sich Per aus Sandefjord nur langsam an das Brüstungsgeländer vorwagte. Aha, nicht schwindelfrei, mein Freund!

 

Den Abend verbrachte die «Topolino Szene» auf dem Renngelände. Zu uns gesellten sich Youngsters mit getunten Schlitten, Schlarpen so breit wie vier 500er Pneus, 2 cm Bodenfreiheit, kecken Farbdesigns, aufgemotzten, üppig gebauten Bräuten im Parfumdunst. Sie kamen vorwiegend des Driftens wegen, entweder selbst am Steuer oder als Zuschauer. Es roch nach Gummi, der an den Felgen bald schmolz. Etwas Hauch von «Le Mans» am Fusse des Niederbauen. Jedenfalls hatten alle, jung und alt, Freude an ihren Autos, die Faszination für Benzin und Diesel war ungebrochen, ungeachtet des Alters der Fans. Und das war gut so, sehr gut sogar. Von weniger Glück waren die Grilleure beseelt, ihre Burger gerieten einfach nicht so, wie sie es hätten sein sollen. Es war die Rede von essbaren «Hardyscheiben»…. Shit happens. Das herannahende Gewitter aus West ärgerte mich deutlich mehr; nachts goss es wie aus Kübeln, ein Stakkato von Blitz und Donner über Emmetten, widerhallend an den Wänden des Niederbauens.

 

Was für ein Morgen! Sommerblau und wolkenlos; das war um sieben Uhr. Zwei Stunden später war der himmlische Spuk vorüber, Nebel legte sich über die Szenerie. Nichts Gutes war im Anzug. Auf nach Seelisberg, vorbei am einstigen transzendentalen Sitz der Yogis unter der Herrschaft von Maharishi Mahesh Yogi, hin zur Bergstation der 111-jährigen Standseilbahn Treib-Seelisberg. Nach einem herzlichen Willkommensgruss vom hiesigen Betriebsleiter Christof Näpflin «seilte» man uns nach Treib am Vierwaldstättersee ab. Dampfschiff Uri oder Unterwalden hätte uns an Bord nehmen sollen. Doch es kam anders; die widerlichen Wetterverhältnisse liessen den Einsatz des Dampfschiffes nicht zu, da wir und viele andere Passagiere keinen gedeckten Platz gefunden hätten. Zudem waren an diesem Samstag sämtliche Schiffe der grossen SGV-Flotte mit Extrafahrten ausgebucht. Hätte das Wetter den sommerlichen Charakter beibehalten, hätte mein Sohn Chris uns Topianer an Bord empfangen und über den Urnersee navigiert.

 

Ein letztes Aufbäumen sommerlicher Aura liess an Bord des grossen Salonmotorschiffes MS GOTTHARD echte Kreuzfahrtstimmung aufkommen. Man genoss den warmen Wind, der über das Deck strich, und liess sich von der sagenumwobenen Kulisse faszinieren. Mit dem Anlegen in Treib nach der Urner Rundfahrt gesellte sich unbarmherzig der Dauerregen zu uns; widerlicher Kerl. Der Treib-Wirt hatte die Vorahnung, denn ein Festzelt bot für uns alle eine trockene Behausung. Das Mittagsbuffet umwerfend und grossartig, idyllisch aufgestellt in der Halle der Talstation. Zum Glück waren wir alle lauter als der Regen, der sich unablässig auf das Zeltdach ergoss. So hatten wir ihn wenigstens akustisch besiegt und neutralisiert.

 

Nächster Treffpunkt galt dem Gala-Abend im Hotel «Seeblick» von Emmetten. In einem schmalen Silberstreifen über dem schweizerischen Mittelland zeigte sich zum Tagesabschluss die Sonne für einige Minuten in atemberaubender Schönheit. In unserer Gegend gibt es den Spruch: «D’ Sonne esch cho luege, wo de Räge morn cha änesäiche»…… Es gehört zur Tradition der Topolino Treffen, ständig zu futtern. Wer erinnerte sich da nicht an Turin, an San Pellegrino, an den Lago d’Iseo oder an «La Grande Bouffe» auf dem Brienzer Rothorn (Marcello Mastroianni war nicht dabei ….!). Ähnlich erging es uns am kulinarischen Höhepunkt im «Seeblick». Doch seien wir ehrlich: es gibt nichts schlimmeres, nichts unangenehmeres, als Gäste mit halb leeren Tellern zu bewirten! Man reichte, so viel man wollte und konnte. Die Musikkapelle spielte auf, kurze Reden wurden gehalten, Toasts gesprochen, Tänze auf’s Parkett gelegt. Um Mitternacht war fertig mit Lustig. Mit einigen Topianern fanden ich und Juna, mein überaus treuer Vierbeiner, den Weg in die Trämmlibar vom «Engel». Remmler’s «Vogel der Nacht» (wie sinnig). «Irgendwann, irgendwo, irgendwie, seh’n wir uns wieder» mit Jürgen Drews - worauf der König von Mallorca Gift nehmen kann. Nun, wann ich schlussendlich mein Zimmer erreicht habe, entzieht sich meiner Kenntnis.

Tag des Abschieds – «Good by, my love - good by» sang Demis Roussos im Sommer 1974. Eine Parallele zu meinen damaligen Zelt-Töffli-Ferien auf Seelisberg, wo mir dieser Song als Teenager unvergesslich in Erinnerung geblieben ist. Heute ist es wieder soweit. Wir verlassen die Bühne «B E L L A V I S T A», fahren ab ins Tal zur umtriebigen Zivilisation. Im «Guetli Shop» zu Stans der Boxenstopp, weiter nach Stansstad. Statt ein Mittagessen auf dem Bauernhof «Untermisli» reicht man uns ein währschaftes Raclette im Kirchgemeindesaal. Ganz und gar nicht das, was wir planten; doch auch heute enttäuschte uns das Wetter. Aus der Not eine Tugend gemacht - so nennt man das!

Tschüss – ciao – arrividerci – au revoir – good by – adjö – ha det – viszlat

 

Viva la  FIAT  -  Viva  la  Topolino

 

Die verdienten Akteure :

 

Hotel Engel, Emmetten, Jacqueline und Walti Wyrsch

Hotel Seeblick, Emmetten

Hotel Bellevue, Seelisberg

Restaurant zur Treib

Drivingcenter Event Seelisberg, Yves Meyer

Untermisli Obbürgen

Guetli Shop Stans

Treib Seelisbergbahn, Christoph Näpflin

Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee SGV

AVIA Biermobil

VOLG Emmetten

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